Gartenarbeit macht glücklich – gilt das auch für Personen ohne grünen Daumen?

 

Vor etwa 5 Jahren las ich einen Artikel über das Gärtnern und wie glücklich es macht, sich täglich an der frischen Luft zu bewegen und seine Pflanzen zu betreuen. Nun, was soll ich sagen. Ich lebte alleine und hatte bisher nie ein Händchen für die Aufzucht von Pflanzen gehabt. Dennoch faszinierte mich der Gedanke, meine eigenen Früchte und Gemüsesorten zu ernten und sie frisch und rein biologisch angebaut genießen zu können.

Da zu meiner Wohnung ein kleines Stück Garten gehört und der Frühling vor der Tür stand, entschloss ich mich daher, es einfach mal drauf ankommen zu lassen. Zunächst informierte ich mich, welche Gemüse- und Salatsorten wann angepflanzt werden können und müssen, holte mir noch ein paar Tipps über Dünger, Menge an Wasser und besorgte mit kurz darauf eine geeigneten Mutterboden im Baumarkt (zu Beginn nur zwei Säcke) und die entsprechenden Samen oder Setzlinge. Schon konnte es losgehen.

 

 

Hat es mich gesünder gemacht?

Am Anfang war ich täglich mehrmals draußen und habe nach den Pflanzen geschaut. Ich muss zugeben, es hat mir großen Spaß bereitet zu beobachten, welche Pflanzen wie schnell keimen und habe alles daran gesetzt, sie zum schnellen Wachstum zu bewegen. Dies sorgte nicht nur dafür, dass ich deutlich länger an der frischen Luft war, sondern auch am einen oder anderen Abend für ein wenig Muskelkater an Muskeln, von denen ich vorher nicht wusste, dass ich sie habe. Das viele Bücken, Graben und Schieben sorgte gewissermaßen für ein Ganzkörpertraining und ich bin sicher, dass ich deutlich mehr Kalorien verbrannt habe als zuvor auf der Couch-

Zwar habe ich keine Vorher- Nachher-Untersuchungen vornehmen lassen, aber ich fühlte mich deutlich besser, was mit Sicherheit rückwirkend auch durch die Glückshormone kam, als ich meine ersten zarten Pflänzchen beim Wachsen beobachten konnte. Ich fühlte mich insgesamt gelassener, entspannter und einfach erholt. Selbst nach einem langen Arbeitstag ging ich gerne in der Garten und kümmerte mich um die Vielzahl verschiedener Gemüse- und Obstsorten, die ich angepflanzt hatte. Übrigens hatte ich mir beim Obst gleich größere Setzlinge besorgt, die – mit einer Ausnahme – bereits im Folgejahr Früchte trugen. Beim Gemüse sind mir alle angepflanzten Sorten auch gelungen und das am Ende des Tages ohne Vorkenntnisse und ohne zu viel Aufwand.

Besonders hat mir natürlich auch das Essen großen Spaß bereitet. Nicht nur weil es quasi kostenlos war, sondern insbesondere auch weil es geschmacklich ein Erlebnis war. Kein Vergleich zu dem einen oder anderen – entschuldigt die Wortwahl – Supermarktfraß war.

 

Hat der Hype bis heute gehalten?

Heute habe ich alles etwas heruntergeschraubt. Beschränke mich auf nicht so zeitintensive und aufwändige Sorten und habe nur noch zwei kleine Obstbäume, einen Strauch und pflanze ansonsten Tomaten, Radieschen und ein paar Kräuter sowie Eisbergsalat an. Dennoch freue ich mich nach wie vor jedes Jahr riesig darauf, meinen ersten Salat, meine ersten Tomaten oder meine ersten Früchte vom Baum ernten zu können. Wer es noch nicht probiert hat, kann es vielleicht nicht nachvollziehen. Wer es aber noch nicht ausprobiert hat, dem kann ich nur wärmstens empfehlen, zumindest ein paar einfache Dinge wie Karotten, Kartoffeln oder auch Tomaten anzupflanzen. Der Aufwand ist fast gleich null und es macht einfach Freude und erfüllt auch mit etwas Stolz, die ersten eigenen Pflanzen ernten und genießen zu können.

 

Comments are closed, but trackbacks and pingbacks are open.